Sterbe- und Trauerbegleitung

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Hospiz – Versorgung am Lebensende

Die Hospizidee geht bis in die 1960er Jahre zurück. Der Gedanke: Weg von der Ausrichtung auf Heilung, hin zu Begleitung am Lebensende. Heute nimmt die Hospizarbeit einen wichtigen Platz in der Sterbe- und Trauerbegleitung ein.

Das erste (moderne) stationäre Hospiz in Deutschland wurde 1986 in Aachen gegründet. Wichtige Säulen am Lebensende schwerstkranker Menschen sind die stationären Palliativeinrichtungen, spezialisierte ambulante Palliativversorgung, Hospizvereine und stationäre Hospize. In stationären Hospizen arbeiten hauptamtliche, examinierte Pflegekräfte zusammen mit Hausärzten, ehrenamtlichen Hospizbegleitern und anderen Berufsgruppen, um schwerstkranke Menschen auf ihrem letzten Lebensweg zu begleiten.

Das Hospiz versorgt Menschen, deren progredient verlaufende Erkrankung nicht mehr heilbar ist, ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat und die eine palliativ-medizinische Behandlung erfordert. Die Lebenserwartung der Hospiz-Gäste beträgt nur Wochen bis wenige Monate. Ein wichtiges Kriterium für eine Aufnahme ist, dass die Versorgung im Haushalt und in der Familie nicht ausreicht. Unterstützungen wie z. B. ambulanter Pflegedienst, spezialisierte ambulante Palliativversorgung und Ehrenamtliche sollten vorab miteinbezogen werden. Die Notwendigkeit für ein Hospiz muss ein Arzt bescheinigen.

Im Hospiz geht es darum, den letzten Lebensweg so gut wie möglich zu begleiten. Vorrangiges Ziel ist es, belastende Symptome zu vermindern, die am Lebensende bei schweren Erkrankungen auftreten. Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Atemnot, Angst und Unruhe sind hier am häufigsten zu nennen. Ein weiteres Ziel der stationären Hospizarbeit ist der Erhalt der noch vorhandenen Lebensqualität des Betroffenen. Lebensqualität bedeutet für schwerstkranke Menschen am Lebensende häufig etwas anderes als für Menschen mit vollster Gesundheit. In Würde gepflegt, mit seinen Wünschen respektiert zu werden, das essen und trinken, worauf man Lust hat, nicht zeitig geweckt zu werden, auch einmal nicht jeden Tag von Kopf bis Fuß gewaschen zu werden – viele vermeintliche Kleinigkeiten, die für Schwerstkranke jedoch Lebensqualität bedeuten.

Neben der Versorgung des betroffenen Hospizgastes selbst, gibt es jedoch noch einen anderen wichtigen Schwerpunkt im Hospiz: die Betreuung der An- und Zugehörigen. Im hektischen Klinikalltag kommen Angehörigengespräche häufig zu kurz, wichtige und teilweise einschneidende Themen finden häufig nur wenig Platz, um sie zu besprechen. In der Hospizarbeit wird versucht, den Anliegen der Angehörigen gerecht zu werden. Gesprächsbedarfe werden erkannt und ernst genommen. Tod und Sterben gehören noch immer zu den Themen, über die man nur ungern redet, sie sollen möglichst weit weg bleiben. Ist man dann aber selbst betroffen, weil ein Angehöriger erkrankt, ist es umso wichtiger, empathisch und kompetent begleitet zu werden.

Die Kosten für eine Versorgung im Hospiz übernehmen zu 95 % die Kranken- und Pflegekassen, Voraussetzung hierfür ist die Erfüllung der eingangs erwähnten Kriterien. Die restlichen 5 % muss der Träger des Hospizes finanzieren. In Erlangen beispielsweise übernimmt dies der Hospiz Verein Erlangen e. V., finanziert durch Spenden. Ohne ein Kooperationsnetzwerk aus Hospizverein, ambulantem Palliativteam, Hausärzten und ehrenamtlichen Hospizbegleitern ist es nicht möglich, ein Hospiz zu betreiben. Hospize sind stets organisatorisch und wirtschaftlich eigenständig.

Begleitung und Lebensqualität, das sind die Ziele, denn im Hospiz zu sein bedeutet nicht nur „sterben“, nein, es bedeutet vor allem „leben bis zuletzt“.

Alexander Kulla

Einrichtungs- und Pflegedienstleitung, Hospiz am Ohmplatz in Erlangen

Hospiz und Trauerarbeit in Erlangen

BildungEvangelisch

Hindenburgstraße 46a, 91054 Erlangen

Angebote: Trauercafé, Trauerseminar, Trauerwege, Trauertänze, Vorträge

Diakonie Erlangen Pflege gGmbH Hospiz am Ohmplatz

Am Röthelheim 2a, 91052 Erlangen

Angebote: siehe Angebot Hospiz Verein Erlangen e. V.

Hospiz Verein Erlangen e. V.

Rathenaustraße 17, 91052 Erlangen
  • Angebote (kostenlos): Einzelgespräche für Hinterbliebene, Trauerbegleitung für Männer (Einzelgespräche), Gesprächskreis für Hinterbliebene,  Trauergruppe für verwaiste Eltern (offener Gesprächskreis, auch Einzelgespräche möglich), Trauergruppe „Eltern der Sternenkinder“ (auch Einzelgespräche möglich), Trauerseminar 
  • Angebote für Kinder & Jugendliche: Einzelbegleitung und Beratung für Kinder/Jugendliche und deren Eltern, Trauergruppe für Kinder und Jugendliche, TrauERwerk 
  • TrauERwerk: offener Trauertreff für Jugendliche und junge Erwachsene – aktuelle Infos unter: www.trauerwerk-erlangen.de