Vorsorge für den Todesfall

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Bestattungsvorsorge

Schon zu Lebzeiten ist es möglich, eine Bestattungsvorsorge vorzunehmen, um die Angehörigen in der schweren Zeit zu entlasten. So sind die Hinterbliebenen später genau informiert, wie die Bestattung und die Trauerfeier gestaltet werden sollen.

Um eine solche Entscheidung zu treffen, ist es ratsam, einen Spaziergang über einen der Erlanger Friedhöfe zu machen. Dadurch können Sie nicht nur die verschiedenen Grabarten kennenlernen, sondern auch die unterschiedlichen Bereiche eines Friedhofs sehen. Die Bestattungskultur hat sich in den letzten Jahren verändert, neue Formen sind entstanden, die sich den Wünschen und Bedürfnissen der Menschen anpassen, wie beispielsweise die anonyme Bestattung oder die Beisetzung unter einem Baum (Baumbestattung).

Bestattungsverfügung

Mit diesem Schriftstück können alle Wünsche für eine Bestattung im Voraus festgelegt werden. Es gibt sogar die Möglichkeit, für den Bestattungspflichtigen eine Bankvollmacht einzurichten.

Vorsorgevertrag

Ein Vorsorgevertrag wird zwischen Ihnen und einem Beerdigungsinstitut Ihrer Wahl geschlossen. Auch hier können Sie die Details Ihrer Bestattung festlegen.

Nachlassregelung: Recht zu erben – Pflicht zu teilen

Noch immer meinen die meisten Menschen, dass ihre Nachfolge durch das 5. Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches, dem Erbrecht, genügend und gerecht geregelt ist. Sie halten es daher nicht für notwendig, ein Testament zu errichten. Die häufigste Erbfolge ist deshalb die gesetzliche. Das böse Erwachen kommt für viele mit dem Tod des Erblassers, also dem Erbfall: Ein Ehegatte, der glaubt, Alleinerbe geworden zu sein, muss sich nun mit Verwandten des Erstversterbenden auseinandersetzen oder Kinder überlegen, ob sie nicht vielleicht schon Ansprüche geltend machen müssen.

Wer kein Testament verfasst oder keinen Erbvertrag abgeschlossen hat, überlässt den Verbleib seines Nachlasses der gesetzlichen Erbfolge. Diese berücksichtigt – abgesehen vom Ehepartner – nur Verwandte des Erblassers. Die gesetzliche Erbfolge hat damit erhebliche Nachteile, da sie den Nachlass des Verstorbenen in der Regel auf mehrere Personen aufteilt – es entsteht eine Erbengemeinschaft. So erben bei Ehepaaren mit Kindern die Kinder schon nach dem Tod des erstversterbenden Elternteils mit und bei kinderlosen Ehepaaren die Verwandten des Verstorbenen.

So mancher (Rechts-)Streit könnte vermieden werden, wenn sich der Erblasser bzw. die Erblasserin bereits zu Lebzeiten mit dem Erbrecht vertraut gemacht und eine passende letztwillige Verfügung (Testament) errichtet hätte.

Es gibt zwei Möglichkeiten, ein Testament abzufassen: handschriftlich oder bei einem Notar. Handschriftlich bedeutet, dass wirklich das gesamte Testament eigenhändig geschrieben wird – mit Ortsangabe, Datum und Unterschrift. Widerrufen werden kann das Testament am einfachsten, indem man es vernichtet.

Eheleute haben die Möglichkeit, ein gemeinschaftliches Testament zu verfassen. Meist setzen sie sich gegenseitig als Alleinerben beim ersten Erbfall ein und benennen einen Schlusserben, meistens die Kinder, die dann erst nach dem Tod beider Ehepartner zum Zuge kommen.

Bei komplizierten Erbfällen oder schwierigen Familienverhältnissen kann die Einsetzung eines Testamentsvollstreckers sinnvoll sein, der den Nachlass nach den Vorgaben im Testament verteilt und gegebenenfalls Konflikte entschärfen kann, die entstehen, wenn den Erben selbst die Nachlassauseinandersetzung überlassen ist.

Eine fachliche Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Notar ist im Hinblick auf die Tragweite der zu treffenden Entscheidungen dringend anzuraten, auch um Überraschungen zu vermeiden, wie kostenträchtige rechtliche Auseinandersetzungen mit den anderen Nachlassbeteiligten aufgrund nicht klarer Regelungen im Testament.

Dr. Karin Schwegler

Fachanwältin für Erbrecht