Was ist zu tun im Trauerfall?

Auf den Tod eines nahen Angehörigen oder liebgewordenen Menschen ist wohl niemand richtig vorbereitet. Eine solche Situation ist schmerzhaft und lähmt. Trotzdem muss bei einem Trauerfall einiges organisiert, müssen Formalitäten erledigt und Entscheidungen getroffen werden.

  • Foto: www.pixelio.de, Peter Franz
  • Foto: www.pixelio.de

Ein Bestattungsunternehmen kann Ihnen einiges davon abnehmen. Manchen Trauernden hilft es beim Umgang mit dieser Situation, wenn sie verschiedene Aufgaben selbst übernehmen. Das Standes- und Friedhofsamt steht Ihnen dabei zur Seite.

Was muss ich sofort erledigen?

  • Wenn der Tod in der Wohnung eingetreten ist: Benachrichtigung des Arztes und von diesem eine Todesbescheinigung ausstellen lassen.
  • Beauftragung eines Bestattungsunternehmens mit der Überführung zum Friedhof (Auf Wunsch erledigt das Bestattungsunternehmen auch fast alle notwendigen Behördengänge.) 
  • Informieren des zuständigen Standesamtes über den Tod des Menschen (mündlich oder schriftlich, spätestens am dritten Werktag nach dem Tod) 
  • Sterbeurkunde beim Standesamt des Sterbe­ortes ausstellen lassen.

Vorbereitung der Bestattung

Zuerst muss die Bestattungsform (Erd- oder Feuerbestattung) festgelegt werden. Je nachdem, ob bereits ein Nutzungsrecht an einer Grabstätte besteht (dazu muss dem Standesamt ein Grabbrief vorgelegt werden), ist der nächste Schritt die Grabwahl beziehungsweise der Erwerb einer Grabstätte. Danach müssen der Sarg und dessen Ausstattung gewählt werden. Folgendes wird anschließend organisiert:

  • Anmeldung der Bestattung bei der Friedhofsverwaltung (wird auch vom Bestatter erledigt) 
  • Termin für Trauerfeier und Beerdigung beim Friedhofsamt und bei der Kirche festlegen 
  • Gestaltung der Trauerfeier organisieren: Sarggesteck, Kränze, Blumen, Dekoration, Redner, musikalische Umrahmung…
  • Druckerei mit Einladungskarten zur Beerdigung und eventuell Trauerbildern beauftragen 
  • Zeitungsanzeige verfassen und bestellen 
  • Verständigen von Angehörigen und Freunden und diese eventuell um Hilfe bitten 
  • Adressenliste und Text für die Trauerpost zusammenstellen 
  • dem Pfarrer oder Trauerredner Informationen über die verstorbene Person geben 
  • Tischreservierung im Lokal und eventuell Trauermahl besprechen 
  • an die Trauerkleidung denken

Was muss ich sonst noch tun?

Formalitäten, Rente, Testament, Erbschaft

Nachdem Sie den Arbeitgeber verständigt beziehungsweise das Gewerbe abgemeldet haben, müssen auch verschiedene Angelegenheiten um Rente, Vermögen und Erbe geregelt werden:

  • Abrechnung mit der Lebensversicherung oder Sterbekasse 
  • Tod eines Rentenempfängers bei der zuständigen Behörde melden 
  • Vorschusszahlung bei der Rentenversicherungsstelle beantragen 
  • Rentenanspruch geltend machen (gesetzliche Rente, Beamtenversorgung, Zusatzversorgungen …) 
  • Erbschein beantragen (beim Nachlassgericht) 
  • gegebenenfalls Testament eröffnen lassen (beim Notar) 
  • Grundbesitz und Vermögen klären lassen (eventuell Steuerberater, Rechtsanwalt oder Notar einschalten)
Alltägliches

Neben Alltäglichem wie dem Abstellen von Gas und Wasser und der Regulierung der Heizung, sollten auch Telefon und Internet des Verstorbenen abgemeldet werden. Abos und Zeitungen müssen gekündigt werden, ebenso die Mitgliedschaften bei Vereinen und Verbänden. Außerdem muss Folgendes erledigt werden: 

  • Ab-/Ummeldung des Autos und der Kfz-Versicherung 
  • Prüfung der Fälligkeit von Rechnungen oder Terminzahlungen 
  • Änderung von Daueraufträgen bei Kreditinstituten 
  • Umbestellung der Post (Nachsendeantrag)
Die Grabstätte

Auch um die Gestaltung und Erstellung des Grabsteines muss sich gekümmert werden. Hierzu beauftragen Sie einen Steinmetz. Sie können den Friedhofsgärtner mit der Herrichtung der Grabstätte beauftragen. Zudem gibt es die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Dauergrabpflege zu organisieren.

Falls Sie ein Bestattungsinstitut kostenpflichtig beauftragt haben, die Formalitäten zu erledigen, wird dieses sich um die oben genannten Formalitäten kümmern. Stirbt jemand in einem Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim, so muss der Träger dieser Institution den Tod beim Standesamt anzeigen.

Spätestens am dritten Werktag nach dem Tod des Angehörigen muss die Meldung über den Tod mündlich oder schriftlich beim Standesamt eingehen, und zwar im zugehörigen Zuständigkeitsbereich. Hierzu sind einige Unterlagen erforderlich (siehe Infokasten).

Wir empfehlen Ihnen, sich schon zu Lebzeiten mit dem Thema Bestattung und Grabstätte auseinanderzusetzen und Vorkehrungen zu treffen.

Beurkundung des Sterbefalls

Um beim Standesamt den Sterbefall beurkunden zu lassen, sind in der Regel folgende Unterlagen notwendig:

  • Geburtsurkunde (bei unverheirateten Verstorbenen) 
  • Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde der letzten Ehe oder Lebenspartnerschaft und gegebenenfalls ein Nachweis über deren Auflösung 
  • Personalausweis oder Reisepass (mit Meldebescheinigung des letzten Wohnortes, wenn dieser nicht der Sterbeort ist) 
  • Nachweis über den letzten Wohnsitz (erhältlich im Meldeamt des Hauptwohnsitzes) 
  • ärztliche Bescheinigung über den Tod (Todesbescheinigung) 

Außerdem sollten Sie Informationen (keine Nachweise) über den Nachlass bereithalten: Vorhandensein und Aufbewahrungsort eines Testaments, Vorhandensein und Aufbewahrungsort eines Ehe- oder Erbvertrages, Informationen über Grundbesitz und Vermögen.